Polyphasisches Schlafen

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Polyphasischer Schlaf ist ein Schlafrhythmus, bei dem man mehrere Phasen über den Tag verteilt schläft.

Begriffe[Bearbeiten]

Eine Phase bezeichnet in diesem Sinn einen Schlafabschnitt vom Einschlafen bis zum Aufwachen, nicht eine Schlafphase.

Schläft man nur einmal innerhalb von 24 Stunden (z.B. acht Stunden in der Nacht und den Rest des Tages nicht mehr), so nennt man dies einen monophasischen Rhythmus. Schläft man zweimal (z.B. mehrere Stunden nachts und tagsüber einen Mittagsschlaf), nennt sich dies biphasischer Rhythmus. Schläft man mehr als zweimal innerhalb von 24 Stunden, nennt sich dies polyphasischer Rhythmus.

Kernschlaf wird jede Schlafenszeit genannt, die länger als eine Stunde andauert. Ein Nap ist eine kurze Schlafenszeit, die durchschnittlich 20 Minuten dauert und idealerweise REM-Schlaf enthalten soll.

Grundgedanke und Grundprinzipien hinter den Rhythmen[Bearbeiten]

Fast alle polyphasischen Rhythmen sollen Zeit sparen. Dies wird erreicht, indem man (durchschnittlich) 90-minütige Schlafzyklen, bestehend aus Leicht-, Tief- und REM-Schlaf, aus dem Kernschlaf entfernt und dafür einmal am Tag pro entfernten Schlafzyklus einen Nap einlegt. Innerhalb dieses Naps soll der REM-Schlaf nachgeholt werden, da dieser entscheidend für das persönliche Müdigkeitsempfinden ist. Holt man also den REM-Schlaf nach und lässt Tief- und Leichtschlaf weg, ist man trotz geringerer Schlafenszeit nicht müde, so die Theorie.

Ein weiterer Ansatz bei polyphasischen Schlafrhythmen ist die Ansicht, dass ein gesplitteter Schlafrhythmus eigentlich unser natürlicher Schlafrhythmus sei. So haben einige Schlafrhythmen, wie Segmented Sleep (Segmentierter Schlaf), nicht zwingend zum Ziel, Zeit zu sparen, sondern einen möglichst ursprünglichen und natürlichen Rhythmus herzustellen. Andere Quellen sind jedoch der Auffassung, dass die Natürlichkeit dieser Rhythmen kritisch gesehen werden muss.

Bei allen Rhythmen (außer Segmented Sleep) ist es wichtig, mindestens 4 Stunden zwischen zwei Schlafphasen wach zu sein. Außerdem ist es essentiell, jeden Tag zur gleichen Zeit zu schlafen.

Biphasische Rhythmen[Bearbeiten]

Siesta-Rhythmus[Bearbeiten]

Der Siesta-Rhythmus ist sehr verbreitet in südeuropäischen Ländern wie Spanien. Man hat einen Kernschlaf von meist 6 Stunden und gegen Mittagszeit einen Nap, also ein „Mittagsschläfchen“.

Segmented Sleep[Bearbeiten]

Hier hat man zwei Kernschlaf-Phasen, zwischen denen man mindestens zwei Stunden wach bleibt. Dieser Rhythmus wird als besonders natürlich und ursprünglich angepriesen.[1] Man kann den Segmentierten Rhythmus auch mit dem Siesta-Rhythmus kombinieren, sodass man 3,5 Stunden Kernschlaf, dann 2,5 Stunden Kernschlaf und mittags 20 Minuten Nap schläft.

Polyphasische Rhythmen[Bearbeiten]

Everyman[Bearbeiten]

Everyman (deutsch: „jedermann“) ist ein Überbegriff für Rhythmen, die alle nach einem sehr ähnlichen Schema funktionieren.

Everyman 2[Bearbeiten]

Man kürzt den Kernschlaf um zwei Zyklen auf 4,5 Stunden und hat somit 2 Naps auf den Tag zu verteilen. Bei der Verteilung der Schlafzeiten ist zu beachten, dass man mindestens vier Stunden zwischen ihnen wach sein sollte. Insgesamt schläft man also 5:10 Stunden pro Tag.

Everyman 3[Bearbeiten]

Man kürzt den Kernschlaf um drei Zyklen auf 3 Stunden und verteilt 3 Naps auf den Tag. Insgesamt schläft man 4 Stunden täglich.

Everyman 4[Bearbeiten]

Ähnlich wie bei Everyman 2 und 3 kürzt man den Kernschlaf nun auf lediglich 1,5 Stunden und verteilt 4 Naps. Somit schläft man insgesamt 2:50 Stunden

Uberman[Bearbeiten]

Uberman (deutsch: „Übermensch“) bezeichnet einen Schlafrhythmus, der komplett ohne Kernschlaf auskommt. Man verteilt im regelmäßigen 4-Stunden-Takt sechs Naps auf den Tag. Damit kommt man auf zwei Stunden Schlaf insgesamt, was diesen Rhythmus zu dem zeitsparendsten Rhythmus überhaupt macht.

Einzelnachweise[Bearbeiten]