Indirekter WILD

Aus Klartraum-Wiki

Der indirekte WILD oder auch iWILD ist eine DEILD-Variation, die recht einfach durchzuführen ist und schnellen Erfolg verspricht. Man versucht, sofort nach dem Aufwachen zu WILDen, anders als bei den direkten Techniken, bei denen man während des Einschlafens versucht, bewusst in einen Traum zu gelangen.

Anleitung

Ein indirekter WILD gliedert sich in mehrere Phasen, die innerhalb von insgesamt etwa einer Minute durchlaufen werden. Da bei der Durchführung keine Zeit zum Nachdenken bleibt und alle Aggressivität gefordert ist, sollte der gesamte Ablauf unbedingt tagsüber eingeübt werden. Das setzt einerseits einen Erinnerungsanker und gibt andererseits Sicherheit bei der Durchführung. Gerade erwacht fallen einem vielleicht nicht sofort alle nötigen Techniken ein. Der iWILD gliedert sich in folgende Phasen:

  1. Bewusstes Erwachen
  2. Versuch der Körpertrennung
  3. Anwendung des Technik-Zyklus
  4. Erfolgreicher Traumeinstieg/ErneutesEinschlafen/Vollständiges Erwachen

Bewusstes Erwachen

Elementar für das indirekte WILDen ist die Fähigkeit, bewusst zu erwachen. Für den Erfolg der Technik ist es wichtig, diese direkt nach dem Erwachen auszuführen, wenn möglich, ohne sich vorher bewegt zu haben. Hierfür ist es am besten, von selbst aufzuwachen, ohne einen Wecker stummschalten zu müssen. Eine Möglichkeit stellt ein kurzes Wecksignal dar, dass ohne Fremdeinwirkung direkt wieder verstummt. Viele Menschen wachen auf und bewegen sich direkt, schlagen z.B. die Augen auf, bevor sie richtig bewusst werden, oder bewegen Gliedmaßen. Das bewusste, bewegungslose Erwachen muss also zuerst erlernt werden. Für gewöhnlich ist dies innerhalb weniger Tage möglich. Wichtig ist, sich vor dem Schlaf eine starke Suggestion zu setzen. Je wichtiger es einem erscheint, desto größer ist die Aussicht auf Erfolg. Die Suggestion könnte etwa lauten: "Beim Erwachen bewege ich mich nicht. Meine Augen bleiben geschlossen und ich beginne mit dem indirekten WILD." Bei jedem Misserfolg sollte man sich darauf besinnen, es beim nächsten Mal richtig zu machen. Am besten wird das Erwachen dieser Art zu einem Reflex. Hat man diese Art des Erwachens erlernt, ist der erfolgreiche iWILD nah.

Endende Trüb- oder Klarträume sind eine gute Ausgangssituation für ein bewusstes Erwachen. Auf diese Art kann man eine Kette von Klarträumen beginnen.

Trennung vom Körper

In 1/3 der Fälle sind keine Anstrengungen nötig den Körper zu verlassen, es gelingt von alleine. Es kommt aber auch oft vor, dass die Träumer bereits in dem Klartraum liegen, aber nicht aus ihrem Körper kommen. Da der Traum ja bereits eingetreten ist, kann der Träumende also einfach aufstehen, oder sich aufwecken und einen neuen Versuch starten. Bei der Körpertrennung wird wie beim klassischen WILD eine Trennung von physischem Körper und Traumkörper vollzogen. Dafür werden die Methoden benutzt, die im klassichen WILD nach Eintritt der Schlafparalyse angewandt werden. Hier eine kleine Auswahl möglicher Methoden:

  • Ausrollen
Dabei versucht der Träumer sich aus dem Bett zu rollen.
  • Aufstehen
Dabei versucht man ganz einfach aus dem Bett aufzustehen.
  • Rauskriechen
Wenn eine teilweise Trennung gelungen ist, kann man mit Hilfe des Körperteils (z.B. eines Arms) aus dem Körper kriechen.
  • Rausschweben
Man versucht einfach aus dem Körper zu fliegen, genauso wie man in den Klarträumen fliegt.

Wichtig ist nur, dass man bei der Durchführung alle Willenskraft aufwendet. Es darf kein Muskel angespannt werden, sonst verfliegt der nötige Zustand. Weiterhin ist zu beachten, dass die Bewegung nicht nur Vorgestellt werden darf. Alle Willenskraft muss darauf verwandt werden, den physischen Körper zu bewegen, aber ohne Muskelaufwand. Innerhalb kürzester Zeit stellt sich ein realistisches Bewegungsgefühl ein, das nicht sicher von einer echten Bewegung unterschieden werden kann. Das ist das Ziel und bereits eine teilweise Körpertrennung.

Der Technikzyklus

Da die Körpertrennung wie oben beschrieben nicht immer direkt funktioniert, sind weitere Techniken nötig, um den richtigen Zustand herbeizuführen. Von diesen Techniken werden die drei bis vier bestfunktionierenden ausgewählt. Diese bilden den Technikzyklus. Um diese Auswahl zu treffen, ist es nötig, ein bewusstes Erwachen herbeizuführen und die Techniken auszuprobieren. Gelingt beim indirekten WILD die Körpertrennung nicht direkt, führt man den Technikzyklus durch. Die erste Technik wird durchgeführt. Tut sich in den ersten 3-5 Sekunden nichts, geht man zur nächsten Technik über. Ist auch diese nach 3-5 Sekunden erfolgslos, folgt die nächste Methode im Zyklus, usw. Zeigt eine Technik innerhalb der genannten Zeit eine Wirkung, verfolgt man sie mit aller Aggressivität weiter. Innerhalb weniger Sekunden sollte eine Körpertrennung möglich sein. Erkennbare Anzeichen für den richtigen Moment sind die schnell einsetzende Schlafparalyse, ein Anschwellen dröhnender Geräusche, Vibrationen und Schwindelgefühle, ganz wie beim klassichen WILD.

Alle Techniken lassen sich tagsüber üben. Dazu legt man sich ungestört hin und entspannt sich vollständig. Dann führt man für einige die jeweilige Technik durch. Anders als der der Durchführung nach dem bewussten Erwachen fällt die Durchführung aber viel schwerer. Es kann durchaus sein, dass Minuten lang keine Erfolge erzielt werden.

Es folgt eine Auflistung möglicher Techniken:

  • Hypnagoge Bilder beobachten
Man versucht, hypnagoge Bilder zu sehen. Sobald etwas zu sehen ist, und sei es noch so schemenhaft, konzentriert man sich noch stärker darauf. Man versucht, das Bild als Ganzes zu beobachten und es besser zu :sehen, mehr Details zu erkennen. Das Bild sollte immer realistischer werden, bis man es ganz deutlich sehen kann. Dann hat man die Möglichkeit entweder in das Bild einzutauchen oder sich aus dem Körper zu :rollen. Das Bild soll nicht erschaffen werden. Es soll gesehen und erkannt werden.
  • Hypnagoge Geräusche hören
Im Grunde genommen dem hypnagogen Bildersehen gleich, nur dass hier Geräusche gehört werden. Es kann ein Rauschen sein, ein lautes Dröhnen oder Stimmen, völlig egal was es ist. Sobald etwas zu hören ist, :versucht man, das Geräusch deutlicher zu hören. Die Lautstärke wird sich erhöhen, bis man es ganz deutlich hören kann. Dann sollte das Ausrollen aus dem Körper möglich sein.
Beim Üben am Tag kann man sich beispielsweise auf das Grundgeräusch im menschlichen Ohr konzentrieren. Vielleicht tauchen auch Dialogfetzen oder Musikstücke auf. Wichtig ist auch hier, dass das Geräusch gehört :und nicht erschaffen wird. Es darf nicht kontrolliert werden!
  • Anspannen des Gehirns
Wer sich schwer damit tut, seine Extremitäten bei der imaginären Bewegung vollständig entspannt zu lassen, hat es mit dieser Technik einfacher. Dabei wird sich vorgestellt, sein Gehirn anzuspannen, was ob der :fehlenden Muskeln schwer möglich ist. Auch hier stellt sich schnell das Gefühl ein, man ziehe sein Gehirn zusammen wie einen gespannten Muskeln. Es ähnelt etwas dem Ballen einer Faust. Die Anspannung sollte :dabei periodisch in Sekundenabständen erfolgen.
  • Handy-Technik
Man stellt sich vor, ein Handy oder einen vergleichbaren Gegenstand in der Hand zu halten, von dem man genau weiß, wie es sich anfühlt. Mann versucht, zuerst den Gegenstand als ganzen zu spüren, ihn dann mit :den Fingern abzutasten, die einzelnen Details zu erfühlen und das Gewicht zu spüren. Dann wird der Gegenstand in der Hand gedreht. Schließlich sollte eine Körpertrennung problemlos möglich sein.
  • Teilweise Trennung vom Körper
Es wird versucht, eine Extremität so zu bewegen, wie im Abschnitt Trennung vom Körper beschrieben. Man versucht z.B., die Hand auf und ab zu bewegen, ohne jedoch eine Bewegung des :physischen Körpers :auszulösen. Wenn wenigstens eine kleine Bewegung der „imaginären“ Hand möglich ist, sollte man dranbleiben und versuchen die Amplitude der auf und ab Bewegung zu erhöhen, bis der ganze Arm :sich vom physischen :Körper gelöst hat. In dem Fall kann man sich in die Traumwelt ausrollen.
Wichtig bei dieser Technik ist wie gesagt: Die Bewegung der Hand darf sich nicht nur vorgestellt werden! Es muss versucht werden, seine echte Hand auf und ab zu bewegen, ohne jedoch die Muskeln anzuspannen! :Dies ist zugleich auch der häufigste Fehler dieser Technik.
  • Drehen um die eigene Achse
Der Ausführende stellt sich intensiv vor, sich um die eigene Achse zu drehen. Sobald man anfängt die Drehung zu fühlen, muss die Intensität der Durchführung noch erhöht werden. Die Empfindung der Drehung :sollte immer realistischer werden, bis man sie vollständig fühlt. Sollte man dann nicht aus dem Körper geschleudert worden sein, kann man versuchen, sich vom physischen Körper zu trennen.
Viele haben dabei das Problem sich die Drehung um die eigene Achse vorzustellen. Manchmal geht das nur zur Hälfte, was aber mit Übung behoben werden kann. Wenn einem beim Üben leicht schlecht wird ist es ein :gutes Zeichen. Dann führt man die Technik richtig aus.
  • „Gezieltes Einschlafen“
Diese Technik ist sehr praktisch. Sie kann sowohl für sich selbst als auch zur Verstärkung der anderen Techniken eingesetzt werden.
Man versucht direkt nach dem Aufwachen, innerhalb von 5-10 Sekunden wieder einzuschlafen. Dabei bedarf es aber so vieler Kontrolle, dass man nicht wirklich einschläft. Nach Verstreichen der 5-10 Sekunden lässt :man das Bewusstsein schlagartig wieder zurückkommen und versucht, sich vom physischen Körper zu trennen. Auf diese Weise kann man den Zustand der Schlafparalyse schnell erreichen.
Diese Technik ist sehr nützlich, wenn man schon zu wach ist oder sich beim Aufwachen aus Versehen bewegt hat.
Auch wenn eine der anderen Techniken zwar Wirkung zeigt, man aber nicht weiterkommt, kann man das „gezielte Einschlafen“ einschieben und bei der Rückkehr des Bewussteins erneut mit dem Technikzyklus beginnen.

Aggressivität/Passivität

Ein sehr wichtiger Punkt bei dieser Form des WILDens. Anders als bei den direkten WILDs muss man bei den indirekten, sehr aktiv und aggressiv sein. Man muss „um jeden Preis“ die Techniken zum Erfolg bringen. Man muss um jeden Preis den Körper verlassen wollen, bei den Techniken um jeden Preis hypnagoge Bilder sehen wollen oder ein Geräusch hören. Wenn man passiv bleibt, wird der Erfolg ausbleiben. Der starke Wille und vielleicht auch Emotionen sind elementar.

Richtiger Zeitpunkt

Wir wachen häufig in der Nacht auf. Theoretisch kann man bei jedem Aufwachen versuchen die indirekten Techniken anzuwenden. Wie beim klassischen WILD stellen sich bei der Mehrzahl der Ausführenden Erfolge eher in den frühen Morgenstunden bzw. nach einigen Stunden Schlaf ein. Der indirekte WILD lässt sich gut mit WBTB verbinden. Nach dem kurzen Aufstehen wird die Suggestion zum bewussten Erwachen gesetzt, der Technikzyklus in Erinnerung gerufen und dann eine der anderen Techniken ausgeführt. Nach dem erneuten Erwachen folgt der indirekte WILD. Ganz normales Aufwachen am Morgen kann natürlich auch genutzt werden um diese Techniken anzuwenden. Ebenfalls effektiv ist das Anwenden dieser Techniken beim Aufwachen aus einem Mittagsschläfchen.

Häufige Fehler

  • Nicht vollständig durchgeführte Techniken. Es ist wichtig den Vorgang vollständig durchzuführen. Nicht einfach nach dem ersten Zyklus alles hinschmeißen.
  • Eine Technik wird weiter ausgeführt, obwohl sie nach 3-5 Sekunden keine Wirkung zeigt.
  • Eine Technik zeigt schwache Wirkung, wird aber trotzdem gewechselt.
  • Passivität/ mangelnde Aggressivität bei der Durchführung der Techniken.
  • Zu viel Analyse und Überlegung während der Durchführung. Dafür ist nach dem vollständigen Aufwachen genug Zeit.
  • Nach dem Erwachen zu langes Warten bis zum Beginn des Vorgangs.
  • Zu viel Nervosität und Zweifelei.
  • Anspannen von Muskeln anstelle völliger Entspannung.
  • Keine Aktivität, weil man glaubt,schon zu wach zu sein. Das kann Einbildung sein, man liegt möglicherweise schon im Traum.

Siehe auch

eBook "School of Out-of-Body Travel" von Michael Raduga
Indirekte WILD-Techniken im Klartraumforum