Tulpa

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Ein Tulpa ist eine künstlich geschaffene Person, die zu eigenständigen Denken und Fühlen in der Lage sein soll. In diesem Artikel geht es um Tulpas als psychologisches Phänomen, im Gegensatz zu Tulpas aus der tibetischen Mythologie.

Weitere Bezeichnungen für Tulpas sind „Tupper“ oder „Thought-form“. („Gedankengestalt“) Eine Person, die einen oder mehrere Tulpas geschaffen hat, nennt man Tulpa-Host, manchmal auch „Tulpamancer“.

Tulpas können auch zur Induktion von Klarträumen herangezogen werden, siehe dazu CALD-Technik.

Vergleich mit ähnlichen Begriffen[Bearbeiten]

Definition eines Tulpas (englisch)

  • Imaginäre Freunde
im Zusammenhang mit Tulpas: Imaginäre Freunde haben keinen eigenen Willen, sondern werden lediglich gespielt. Dieser Begriff kann jedoch auch ausgeweitet werden, so dass er Tulpas mit einschließt.
Tulpas können auch als Traumhelfer auftreten, jedoch findet die Kommunikation mit einem Tulpa primär im Wachleben statt.
  • Krafttiere
Im Schamanismus sieht man Krafttiere als eigenständige Wesen an, die im Traum auftauchen können, aber auch im Wachleben eine Rolle spielen. Tulpas können sowohl menschliche als auch Tiergestalt haben.
  • Charaktere beim Schreiben eines Romans
manche Schriftsteller berichten davon, dass Figuren ihrer Bücher aus einer vorgeplanten Handlung ausbrechen, gewissermaßen einen eigenen Willen zeigen.
  • Multiple Persönlichkeitsstörung
Menschen, die unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung leiden, sind in ihrem alltäglichen Leben dadurch beeinträchtigt. Tulpas sind eine Form von Multiplizität, die nicht unter Zwang geschieht. Ein weiterer Unterschied (obwohl der Übergang zu Tulpas hier fließend scheint) ist, dass sich Menschen mit Multipler Persönlichkeitsstörung oft nicht daran erinnern, was ihre anderen Persönlichkeiten getan haben.
  • Thought Forms
Dieser Begriff kommt aus dem westlichen Okkultismus und wird meist synonym zu Tulpas gebraucht, schließt jedoch auch andere Phänomene (z.B. Servitors) mit ein.
  • Dæmonen (aus den Romanen von Philip Pullman)
Tulpas sind nicht auf Tiergestalten beschränkt.

Eigenschaften und Fähigkeiten von Tulpas[Bearbeiten]

Fortgeschrittene Tulpa-Hosts berichten von verschiedenen möglichen Aktivitäten oder Erlebnissen mit diesen:

  • Gedankenstimme
Sich mit dem Tulpa unterhalten. Ein Tulpa kennt den Host besser als andere Personen, daher ist es möglich, sehr intime Gespräche zu führen.
  • „Imposing“
Sich den Tulpa bildlich oder haptisch vorstellen, bis man schließlich in der Lage ist, ihn (als Halluzination) zu sehen oder auf sonstige Weise wahrzunehmen.
  • Spiele, Rollenspiele, Schauspiel
  • "Possession"/„Switching“
Der Tulpa übernimmt vorübergehend die Kontrolle über einzelne Körperteile oder sogar den ganzen Körper.
  • Weitere Tulpas
Tulpas können auch selbst zu Hosts werden und einen weiteren Tulpa erschaffen.

Tulpas und Klarträume[Bearbeiten]

Die CALD-Technik basiert auf der Idee, sich von Tulpas im Traum klar machen zu lassen. Umgekehrt kann man einen Klartraum dazu nutzen, einen Tulpa zu treffen, selbst wenn man noch nicht in der Lage ist, mit diesem tagsüber zu kommunizieren. Dies stellt somit eine Möglichkeit her, mit dem geschaffenen Charakter vertrauter zu werden. Natürlich ist es auch möglich, in Trübträumen einen Tulpa zu treffen.

Wenn man davon ausgeht, dass Tulpas in der Lage sind, auf die Träume des Hosts Einfluss zu nehmen, kann man einem Tulpa auch ein Thema vorgeben, von dem man dann träumen möchte. Oder man lässt sich vom Tulpa überraschen und bespricht nach dem Aufwachen mit ihm, was man geträumt hat und ob er meint, darauf einen Einfluss gehabt zu haben.

Herkunft des Wortes[Bearbeiten]

Der Begriff Tulpa kommt ursprünglich aus der tibetischen Mythologie. Dort wird unter einem Tulpa ein aus Gedankenkraft geschaffenes Wesen verstanden, von welchen man glaubt, dass es auch unabhängig von seinem Host reisen oder von anderen Menschen wahrgenommen werden kann.

Moralische Fragen[Bearbeiten]

Viele Tulpa-Hosts sind der Ansicht, dass es sich bei ihren Tulpas um eigenständige fühlende Wesen handelt, für deren Wohlergehen sie bis zu einem gewissen Grad verantwortlich sind, und deren Wünsche (oder sogar Privatsphäre) sie zu respektieren haben. Die Entscheidung, einen Tulpa zu schaffen, sei also gut zu überlegen.

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