Traumbericht

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Ein handschriftlicher Traumbericht in einem Traumtagebuch

Als Traumbericht bezeichnet man eine mündliche oder schriftliche Wiedergabe von zusammenhängenden Trauminhalten. Traumberichte werden häufig in ein Traumtagebuch geschrieben, können aber auch einzeln festgehalten oder mündlich wiedergegeben werden.

Umgangssprachlich wird ein Traumbericht oft einfach als Traum bezeichnet. Wichtig zu beachten ist alleridngs, dass ein Traumbericht nie sämtliche Informationen eines Traums korrekt wiedergeben kann und er somit immer mehr oder weniger unvollständig (z.B. wg. verblassender Erinnerung oder fehlendem Umfang) und verzerrt (z.B. wegen verfälschter Erinnerung nach dem Erwachen oder Prioritäten beim Aufschreiben) ist.

Gründe für Traumberichte[Bearbeiten]

Traumtagebücher

Gründe zur Aufzeichnung von Traumberichten sind unter anderem:

  • Verbesserung der Traumerinnerung
  • Traumarbeit, -analyse, oder -deutung
  • Traumforschung
  • Aufschreiben einer interessanten Geschichte, z.B. zum Veröffentlichen oder um sie Freunden zu zeigen
  • Archivierung der eigenen Traumerinnerung

Aufbau eines Traumberichts[Bearbeiten]

Gedruckte Kopien ausgewählter Traumberichte in einem Ringbuch zusammengefasst

Je nach persönlichem Bedarf kann der Traumbericht unterschiedlich gestaltet werden. Dabei geht es nicht nur um die Menge an Details und den Erzählstil, sondern auch um zusätzliche Informationen. Einige nützliche Informationen können sein:

  • Einprägsamer oder deskriptiver Traumtitel
  • Traumnummer
  • Datum, Uhrzeit
  • Schlafdauer
  • Angewandte Techniken (z.B. zur Klartrauminduktion oder zur Trauminkubation)
  • Schlafumgebung und -situation: Wohnung, Bettnachbarn, Bett, Krankheit, usw.
  • Stichworte über vorherrschende Themen: "Albtraum", "Sex", "Abenteuertraum", "Alltagstraum", "Fliegen", "Kampf", "Freund A.", usw.
  • Vorkommende Traumpersonen, die Personen aus dem Wachleben, aus früheren Träumen oder Teile der Psyche repräsentieren könnten
  • Mögliche Zusammenhänge zu im Wachleben oder in früheren Träumen Erlebtem
  • Vorkommende Gefühle oder Einordnung der Gefühle (z.B. positive G., negative G., jeweils "keine", "wenig", "mittel", "stark")
  • Gefühl beim Aufwachen
  • Klassifizierung des Klarheitgrades oder der Art der Klarheit
  • Klassifizierung sonstiger Elemente, wie etwa: "shared dream", "präkognitiv", "NREM-Traum", "Erlebnisse im Tiefschlaf" "hypnagog", usw.

Traumtagebuch[Bearbeiten]

Traumtagebuch mit bebildertem Traumbericht

Ein Traumtagebuch ist meist ein Buch o.ä., in dem man aufschreibt, was man geträumt hat. Dies steigert die Traumerinnerung sehr, und es gibt einem die Gelegenheit, seine Träume zu analysieren und Traumtypisches besser zu erkennen.

Nutzen[Bearbeiten]

Das Führen eines solchen Tagebuchs steigert bei fast allen Menschen die Traumerinnerung enorm. Außerdem kann man zu einem späteren Zeitpunkt auf einen Traum zurückgreifen. (Hier hilft es, wenn man ein Computerprogramm als Traumtagebuch benutzt, welches die Möglichkeit bietet, Träume nach Themen und Stichwörtern zu durchsuchen. Aber auch in einfachen Textdateien können Volltextsuchen durchgeführt werden, die keine extra Zuteilungen von Stichworten zu jedem Traum erfordern.)

Ein weiterer bedeutsamer Nutzen ist die Möglichkeit, seine Träume umfassender deuten zu können und somit einerseits mehr über sich zu erfahren und andererseits durch die entstehende Vertrautheit mit persönlichen Traumzeichen häufiger klar zu werden (und im Klartraum dann noch mehr über die Bedeutungen zu lernen! - wenn man will).

Das Medium[Bearbeiten]

Ein Notizzettel bei Google Keep mit einem Traumbericht

Grundsätzlich kann man seine Träume einfach auf ein Blatt oder in ein Buch schreiben, außerdem gibt es auch schon digitale Methoden. Überdies wird oft auch ein Audio-Aufnahmegerät verwendet, in das die Träume gesprochen werden. Meist jedoch nur, um sie später noch einmal abzutippen oder abzuschreiben. Die sprachliche Fixierung auf einem mp3-Player hat den Vorteil, dass man dabei nicht ganz aufwachen muss. Die schriftliche Fixierung des Traumes weckt den Schläfer mehr, da Licht benötigt wird und der Schreibvorgang komplexere und weniger automatisierte Hirnfunktionen erfordert als das Sprechen. Je unmittelbarer man seine Träume nach dem Aufwachen notiert oder anderweitig ins Langzeitgedächtis bringt, umso weniger läuft man Gefahr, sie oder Fragmente daraus später zu vergessen.

Andere Träumer malen bzw. zeichnen Traumszenen, einzelne Symbole, Figuren, etc. (meist vorerst in Skizzenform, danach vielleicht auch detaillierter.), oder nehmen sogar musikalische Elemente auf (meist eher später, wenn es nicht nur einfacher Gesang zum Einprägen etwa einer Melodie ist).

Buch[Bearbeiten]

Wenn man ein Buch benutzt, sollte man darauf achten, dass es groß genug ist, da man so viel wie möglich aufschreiben sollte. DIN A4 oder A5 sind hier die meistbenutzen Formate. Das Buch sollte von außen schön und anregend gestaltet sein und man sollte es nur für seine Träume benutzen.

Computerprogramme[Bearbeiten]

Ein Traumbericht in der Traumtagebuch-Software Alchera

Es gibt einige Computerprogramme zum Aufschreiben von Träumen; manche sind noch in der Entwicklung. Manche Träumer benutzen jedoch auch lediglich ein Tabellen-Programm, eine Sammlung von Textdateien oder auch Weblogs bzw. Threads in Foren hierfür. Die Eingabe in den Computer hat allerdings evtl. den Nachteil, dass man den Computer zuerst mal hochfahren muss und man sich meist aus dem Bett begeben muss, und dann kann man die Träume evtl. schon wieder vergessen haben. Ist ein Laptop, Tablet oder Smartphone am Bette bereit, fällt das Aufschreiben leichter. Außerdem können zuerst kurze Notizen im Bett gemacht werden, die man nach dem Aufstehen dann ausführlicher in die Software überträgt. Die Digitalisierung hat den Vorteil, dass man seine Träume dort mit verschiedenen Methoden einfacher bearbeiten, formatieren, kategorisieren und durchsuchen kann.

Für konkrete Software siehe Traumtagebuch-Software.

Seitenvorlage[Bearbeiten]

→ Eine beispielhafte Vorlage für Traumtagebuchseiten findet sich hier: Datei:Traumtagebuch.pdf

Mnemotechniken[Bearbeiten]

Träume können auch, vor allem für eine kurze Dauer von ein paar Stunden bis ein paar Tagen, teilweise auch über Jahre hinweg im Gedächtnis gespeichert werden. Hilfreich hierfür ist das Trainieren bestimmter Mnemotechniken wie z.B. des Gedächtnispalasts. Da ein so gespeicherter Traum nicht objektiv unveränderlich festgehalten wird, handelt es sich nicht um einen Traumbericht im wissenschaftlichen Sinn. Für persönliche Zwecke kann diese Technik aber als Ergänzung zum Traumtagebuch verwendet werden, z.B. um sich nachts beim Aufwachen für das Abspeichern der Träume nicht bewegen zu müssen, sodass die Träume erst später am Tag notiert werden können.

Vor dem Schlaf[Bearbeiten]

Ein nachts als Mp3 aufgenommener Traumbericht

Beim zu Bett gehen legt man sich einen Notizblock, ein akustisches Aufnahmegerät (mp3-Player, Diktiergerät) oder das Traumtagebuch bereit. Es hat eine suggestive Wirkung, wenn man schon das Datum das Traumes einschreibt, aber die Seite leer lässt. Dann nimmt man sich vor, nach einem Traum in der Nacht oder am Morgen aufzuwachen und ihn aufzuschreiben. Es ist sinnvoll, sich das nicht nur gedanklich vorzunehmen, sondern sich bildlich vorzustellen, wie man nach einem Traum aufwacht, das Licht anzündet und das Traumtagebuch zur Hand nimmt. Wird man durch einen Wecker geweckt kann den abrupten Übergang vom Schlaf in den Wachzustand die Traumerinnerung verringert werden. Abhilfe kann ein sanfterer Weckton schaffen. Mit etwas Übung kann man sich darauf trainieren, nach jeder REM-Phase aufzuwachen und die erinnerten Träume kurz zu notieren. Interessanterweise erhöht dieses Vorgehen sogar die Schlafqualität, da durch die kurze Wachzeit in den darauffolgenden Schlafphasen der Anteil an REM-Schlaf erhöht wird. [1]

Nach dem Schlaf[Bearbeiten]

Ein illustrierter Traumbericht in einer Wiki-Software

Wenn man aufwacht, sollte der erste oder zweite Gedanke, auf den man kommt, sein was man geträumt hat. Direkt nach dem Schlaf erinnert man sich meist an einen oder oft auch an mehrere Träume. Beim Aufwachen muss man also seine Gedanken auf die unmittelbare Vergangenheit richten, und nicht auf die unmittelbare Zukunft, wie wir das meist gewohnt sind. Man rekapituliert die Träume (am besten ohne die Augen zu öffnen oder seine Lage zu ändern) und schreibt sie dann sofort nieder. Bei sehr viel Inhalt hilft es, sich erst einmal die wichtigsten Stichpunkte zu notieren, die man später noch ausführen kann. Hierbei ist es wichtig, alles möglichst akribisch zu beschreiben. Dabei kommen mitunter weitere Erinnerungsteile zurück und der Traum bleibt dauerhaft im Gedächtnis verankert, was auch für den Gebrauch von Traumzeichen nützlich ist.

Wenn man sich nicht gleich an einen Traum erinnert, dann ist das auch nicht schlimm. Wichtig ist, dass man bereit ist, bloße Traumfragmente, Gedanken oder Stimmungen aufzuschreiben, auch wenn sie sinnlos und zusammenhanglos erscheinen. Nach wenigen Minuten des Versuchs, sich an das Geträumte zu erinnern, können blitzartig Erinnerungsfragmente auftauchen, die der Schlüssel zu einer kompletten Erinnerung sein können. Mit der Zeit (einige Tage) und der Übung verbessert sich dann die Traumerinnerung.

Gemeinsame Besprechung von Träumen[Bearbeiten]

Von manchen Kulturen wie z.B. den Senoi wird teilweise berichtet, wie eine Gemeinschaft sich nach dem Schlaf versammelt, um die Träume der einelnen Personen anzuhören und kommentieren zu können. Generell ist es immer ein soziales Phänomen, wenn man seinen Traum jemandem erzählt oder von jemandem einen Traum erzählt bekommt. Manche Klarträumer oder Trauminteressierte treffen sich z.B. manchmal und tauschen sich über ihre Träume aus. Dies kann online wie z.B. in Foren und Chats oder über Voicemail geschehen, aber auch offline auf Treffen von größerem oder kleinerem Ausmaß.

Der Vorteil hierbei besteht darin, dass gemeinsames darüber Reden die Träume zu einer sozialen Wirklichkeit werden lässt, das Interesse an den eigenen wie an den Träumen der anderen steigt und somit auch die Motivation zur Erinnerung. Unklare oder im eigenen Traumbericht nicht berücksichtigte Elemente können durch Nachfragen der anderen ins Bewusstsein treten und eine gemeinsame Analyse der Träume kann, v.a. wenn man sich gegenseitig gut kennt, durchgeführt werden.

Zu beachten ist allerdings, dass durch die soziale Situation auch eine größere Zensur von Elemente des Traumberichts die man für ungünstig hält oder die zu privat sind, stattfinden kann. Deshalb kann eine gemeinsame Traumbesprechung zwar eine große Bereicherung zum persönlichen Traumtagebuch darstellen, kann aber dieses als rein privates "Selbstgespräch" nicht ersetzen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Timothy Ferriss, Der 4-Stunden-Körper, Riemann Verlag 2011