Realitätschecks

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Ein Realitätscheck (abgekürzt RC) ist ein Test, der die aktuell wahrgenommene Umgebung dahingehend überprüft, ob sie real ist oder geträumt. Kurz gesagt beantwortet ein RC also die Frage: "Träume ich oder wache ich?" Im Idealfall wird ein korrekt durchgeführter RC im Traum somit die Erkenntnis liefern, dass es sich um einen Traum handelt, und kann in der Folge einen Trüb- in einen Klartraum verwandeln.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Die Unterscheidung zwischen Realität und Traum wird dadurch ermöglicht, dass Wahrnehmung, Naturgesetze und der eigene Körper im Traum anders sein können (aber nicht notwendigerweise anders sind!) als im Wachleben. So ist es im Traum häufig der Fall, dass man mehr oder weniger als fünf Finger an einer Hand hat, durch die Nase atmen kann, obwohl man sie mit der Hand verschließt, oder dass man den eigenen Körper von außen betrachtet. Auch die Schwerkraft kann deutliche Abweichungen vom Wachleben zeigen – tatsächlich gehört Fliegen zu den einfachsten Übungen im Klartraum.

Dabei muss unbedingt beachtet werden, dass ein RC auch scheitern kann. Es kommt immer wieder vor, dass im Traum durchgeführte RCs die falsche Antwort liefern, dass es sich um die Realität handle. So ist es zum Beispiel durchaus möglich, dass man auch im Traum die üblichen fünf Finger an einer Hand hat – der Finger-RC (s.u.) ist also nicht zuverlässig. Genau so ist es auch im Traum möglich, dass die Schwerkraft normal funktioniert. Man kann also niemals mit Sicherheit sagen, dass man nicht gerade träumt. Umgekehrt ist es einfacher: fliegt man aus eigener Kraft durch den Weltraum und atmet dabei durch die verschlossene Nase, dann befindet man sich mit einiger Sicherheit im Traum. Der Begriff Realitätscheck ist somit irreführend: tatsächlich kann überhaupt nicht verifiziert werden, dass man wach ist, wohl aber, dass man träumt. Treffender wäre also der Begriff Traumcheck.

Um RCs auch tatsächlich im (Trüb-) Traum "von selbst" durchzuführen, muss man sich ihre regelmäßige Durchführung schon im Wachleben angewöhnen. Unablässig und möglicherweise noch wichtiger als die RCs selbst ist das kritische Bewusstsein: man muss sich von der Selbstverständlichkeit lösen, dass man sich grundsätzlich im Wachleben befindet, und stattdessen möglichst oft die Umgebung, sich selbst, die eigene Wahrnehmung und das Gedächtnis auf traumtypische Ungereimtheiten untersuchen, also lernen, seine Umgebung anzuzweifeln. Situationen wirken plötzlich unreal, unlogisch oder man fühlt sich von einem merkwürdigen Gefühl durchströmt: Zeit für einen RC.


Unkritisch durchgeführte, zu bloßen Automatismen gewordene RCs liefern auch im Traum meist nur das Ergebnis, das sie auch im Wachleben geliefert haben, nämlich dass man eben wach sei. Es kann sogar passieren, dass ein eigentlich erfolgreicher RC trotzdem keinen Klartraum erzeugt: man träumt dann beispielweise davon, durch die verschlossene Nase zu atmen, denkt sich dann aber trotzdem: "schade, ist wohl kein Traum". Es lässt sich fast nicht oft genug wiederholen: Das kritische Bewusstsein ist der effektive Schlüssel zum Erfolg. Deshalb ist es durchaus sinnvoll, sein eigenes RC-Verhalten ab und an zu überprüfen. Oft genug lässt sich feststellen, dass der Realitätscheck doch wieder zur Gewohnheit verkommen ist, und nicht kritisch genug ausgeführt wird. Die verbreitete Empfehlung ist, sich für den Check mindestens 30 Sekunden Zeit zu nehmen. Wer das Klarträumen gerade erst neu entdeckt hat, hält diese Dauer wahrscheinlich für übertrieben. Führt man den Check aber nicht nur als kurze Bewegung durch, sondern kritisch und ausführlich, geht eine halbe Minute sehr schnell vorbei.

Übrigens: Das verbreitete Klischee, dass man sich "mal kneift", um zu überprüfen, ob man träumt, funktioniert gar nicht (zumindest nur selten)! Denn der Traumkörper kann Schmerz und überhaupt jede Körperwahrnehmung absolut ununterscheidbar vom echten Körper produzieren; man würde also im Traum das Kneifen schmerzhaft spüren und zum Schluss kommen, dass man nicht träumt.

Bekannte Realitätschecks[Bearbeiten]

Die folgende Auflistung der Realitätstests hier ist nicht vollständig - kann es gar nicht sein - und sollte durchaus durch eigene Tests ergänzt werden.


Körper-Realitätschecks[Bearbeiten]

Die folgenden Realitätschecks haben etwas mit dem Körper im Traum zu tun.

  • Nasen-RC: Wenn du Nase und Mund schließt - kannst du trotzdem atmen?
  • Hamsterbacken-RC: Versuche durch den geschlossenen Mund auszuatmen, wenn das klappt träumst du wahrscheinlich.
  • Dreh-RC: Drehe dich ganz schnell um die eigene Achse. Hat sich die Umgebung verändert ? Bist du in einer anderen Szene? Dreht sich die Umgebung weiter, obwohl du angehalten hast?
  • Schwebe-RC: Versuche zu schweben oder zu fliegen.
  • Superkraft-RC: Hast du andere Superkräfte? Kannst du Dinge zum schweben bringen?
  • Finger-RC: Hast du 5 Finger pro Hand? Kannst du deine Finger überhaupt zählen? Im Traum fällt es häufig sehr schwer, selbst einfachste mathematische Aufgaben zu bewältigen.
    • Einen Finger durch die Hand stecken: Wenn du deinen Finger durch die Handfläche der anderen Hand stecken kannst, träumst du wahrscheinlich.
    • Finger unrealistisch weit nach hinten biegen: Sind die Finger weich und biegsam, wo eigentlich Knochen sein sollten, träumst du wahrscheinlich.
    • An einem Finger ziehen: Wenn er länger wird, träumst du wahrscheinlich.

Mentale Realitätschecks[Bearbeiten]

Diese RCs sind vermutlich noch sicherer als die Körper-RCs; sie sind zudem praktischer, da sie prinzipiell in jeder Umgebung durchgeführt werden können. So wirft man keine fragenden Blicke auf sich, wenn der RC misslingt.

  • Empfindungstest: Halte im Alltag einmal kurz inne, versenke dich ganz in dich und in das Hier und Jetzt. Gibt es irgendwie ein Traumgefühl, ein erregendes und beängstigendes Gefühl zugleich? Bist du wirklich ganz da, kannst du dich an dich selbst, deine Freunde und deine Familie erinnern. Wohin gehst du und woher kommst du. Gab es irgendeinen Bruch im Zeitverlauf?
  • Personentest: Hinterfrage häufig Personen. Ist die Person wirklich real oder erscheint sie dir zusammengesetzt aus anderen bekannten Personen? Kann diese Person in dieser Form überhaupt so am Leben sein - kurz: ist sie wirklich real oder könnte sie ein Produkt deiner Kreativität sein?
  • Umgebungstest: Kannst du deinen aktuellen Standort genau einordnen? Kennst du diesen Ort, oder ist er aus vielen einzelnen Orten zusammengesetzt? Wie bist du genau hier hin gekommen, und wo warst du zuvor? Sind diese beiden Stellen zusammenhängend?
  • Farbentest: In Träumen kommen Farben vor, die es in der Realität nicht gibt. Beobachte aufmerksam deine Umgebung. Sind die Farben realistisch? Kommen selbstleuchtende Körper vor? Ändern sich die Farben?
  • Perspektiventest: Sind weiter entfernte Gegenstände wirklich kleiner als in der Nähe befindliche? Sind weiter entfernte Geräusche wirklich leiser als Geräusche in deiner unmittelbaren Umgebung? Ist die Perspektive irgendwie verzerrt? Befindest du dich überhaupt in deinem Körper? Achte auf alle möglichen Abweichungen. Siehst du unmögliche Spiegelungen oder Schattenwürfe?

Objekt-Realitätschecks[Bearbeiten]

  • Uhren-RC: Schau auf eine Uhr, schau woanders hin, und schau wieder auf die Uhr. Hat sich die Anzeige der Uhr unrealistisch verändert? Zeigt sie überhaupt eine sinnvolle Zeit? (28:97 ist für die Wachwelt nicht logisch)
  • Text-RC: Schau dir einen Text an, schau woanders hin, und schau den Text wieder an. Hat er sich verändert?
  • Materialitätstest: Versuche durch Gegenstände oder Wände hindurchzufassen. Dieser RC ist auch als bewegungsloser RC gegeignet wenn man versucht, sie durch die Bettmatratze hindurchfallen zu lassen.
  • Schalter-RC: Im Traum kommt es oft vor, dass Schalter nicht richtig funktionieren. Dieser Test ist allerdings einer der wenigen, die im Wachleben zum Ergebnis "ich träume" führen können, denn auch im Wachleben können Schalter ausfallen. Sollte also ein Schalter nicht funktionieren, sind weitere RCs sehr sinnvoll.
  • Physik-RC: Überprüfe, ob die physikalischen Gesetze stimmen, d.h. reagieren Gegenstände korrekt, wenn du sie fallen lässt oder wirfst?

Siehe auch[Bearbeiten]