Kritisches Bewusstsein

Aus Klartraum-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Begriff kritisches Bewusstsein wurde von Paul Tholey geprägt und bezeichnet eine geistige Haltung, die grundsätzlich in Frage stellt, ob es sich bei der gerade erlebten Umgebung um die Wirklichkeit handelt oder ob alles um einen herum – einschließlich des eigenen Körpers – nur geträumt ist. Ein im Wachleben ausreichend trainiertes kritisches Bewusstsein wird in die Träume übernommen und führt dort zur Erkenntnis des Traumzustandes, verwandelt also normale (präziser: trübe) Träume in Klarträume.

Hintergrund[Bearbeiten]

Wer sich kaum oder gar nicht mit Träumen beschäftigt, lebt meist in der völligen Selbstverständlichkeit, sich grundsätzlich im Wachzustand zu befinden. Diese Selbstverständlichkeit wird in die Träume übernommen: man ist auch im Traum fest davon überzeugt, sich im Wachleben zu befinden – nach dem Aufwachen wundert man sich dann darüber, selbst bizarrste Situationen überhaupt nicht in Frage gestellt zu haben. Genau dieses Hinterfragen der Situation ist der Kern des kritischen Bewusstseins: „Ist überhaupt möglich, was ich hier gerade erlebe? Passt es mit meiner Erinnerung zusammen?“ Seinen ersten Klartraum erlebte Paul Tholey, als er im Traum seiner bereits verstorbenen Tante begegnete, die Unmöglichkeit dieser Begegnung erkannte und darauf zurückführte, dass er sich in einem Traum befinden müsse.

Anwendung[Bearbeiten]

Grundsätzlich ist es also immer dann sinnvoll, seine Umgebung besonders kritisch zu überprüfen, wenn man etwas für das Wachleben Ungewöhnliches erlebt. Ebenfalls sinnvoll und vielleicht noch erfolgversprechender ist die kritische Frage „Träum ich oder wach ich?“ in Situationen, die bereits geträumten Erlebnissen ähneln. Das Erkennen und Achten auf so genannte Traumzeichen kann ein Schlüssel zum Klarträumen sein. Wer häufig von Hunden träumt, sollte sich also jedes Mal kritisch mit seiner Umgebung beschäftigen, wenn er mit Hunden konfrontiert wird.

Während viele Traumzeichen von Träumer zu Träumer verschieden sind, ist es allgemein oft so, dass Träume unvermittelt irgendwo im Geschehen einsetzen. Ist man sich dieser Tatsache bewusst, kann man sich angewöhnen zu überprüfen, ob man nachvollziehen kann, wo man in der unmittelbaren Vergangenheit war, wie man in die jetzige Situation gekommen ist, was man vorhatte: „Wo komm ich her? Wo will ich hin?“. Kann man sich an nichts davon erinnern, ist dies ein Indiz dafür, dass man träumt.

Es gibt Traumzeichen, denen man im Wachleben kaum oder gar nicht begegnet. Diese können im Wachleben dementsprechend auch nicht zum Anlass für kritisches Bewusstsein genommen werden. In diesen Fällen empfiehlt es sich, im Wachleben intensiv an die typischen Traumsituationen zu denken und diese dabei mit dem Gedanken „Das ist ein Traum!“ zu assoziieren.

Realitätstests[Bearbeiten]

Es ist wichtig zu beachten, dass auch im Wachleben bizarre und äußerst unwahrscheinliche – aber eben nicht unmögliche – Situationen eintreten können. In solchen Fällen darf nicht voreilig davon ausgegangen werden, dass es sich um einen Traum handelt. Kritisches Bewusstsein bedeutet nicht, sich einzureden, dass man träumt, sondern genau zu überprüfen, ob man träumt. Zur Absicherung ist es empfehlenswert, so genannte Realitätstests (kurz RC von engl. „Reality Check“) durchzuführen. Dies sind einfache Handlungen, mit denen man überprüfen kann, ob man gerade träumt; zum Beispiel wird häufig davon berichtet, dass man im Traum durch die Nase atmen kann, während man sie mit der Hand verschließt.

RCs sind niemals ein Ersatz für das kritische Bewusstsein, sondern nur eine Ergänzung. Werden sie zur bloßen Angewohnheit, über die man nicht weiter nachdenkt, dann werden sie zwar auch in den Traum übernommen, führen aber nicht zur Klarheit: man träumt dann beispielsweise davon, mit der Hand die Nase zu verschließen, tatsächlich atmen zu können, aber die Schlussfolgerung, dass man nun träumt, bleibt trotzdem aus.

Ebenfalls zu beachten ist, dass man mit Hilfe von RCs zwar zweifelsfrei feststellen kann, dass man träumt, umgekehrt aber nie ganz sicher sein kann, dass man wach ist. Es kann nämlich auch im Traum vorkommen, dass man nicht durch die verschlossene Nase atmen kann, keine bizarre Situation erlebt und auch keine Gedächtnislücken findet. Es ist also ratsam, das kritische Bewusstsein nicht sofort fallen zu lassen, nur weil ein RC nicht das Ergebnis liefert, dass man träumt, sondern man kann ruhig weiter nach Traumzeichen Ausschau halten oder einen anderen RC probieren.

Zehn Gebote zum Erlernen des Klartraums[Bearbeiten]

Die 'Zehn Gebote zum Erlernen des Klartraums' ist eine Bezeichnung für die 10 Punkte, die nach Paul Tholeys kombinierter Technik täglich regelmäßig durchgeführt werden sollen, um einer kritisch-reflektierende Einstellung einzuüben und so Klarträume herbeizuführen. Sie sind unter anderem in dem Buch 'Schöpferisch Träumen' von Paul Tholey und Kaleb Utecht beschrieben.[1]

  1. Stelle dir die kritische Frage, ob du wach bist oder träumst mindestens fünf- bis zehnmal am Tag.
  2. Stelle dir dabei intensiv vor, dich in einem Traum zu befinden, dass also alles, was du wahrnimmst, inklusive deines eigenen Körpers, geträumt ist.
  3. Achte bei der Beantwortung der Frage sowohl auf das, was gerade in diesem Moment geschieht, als auch auf Vergangenes, denn oft setzen Traumerlebnisse unvermittelt ein und in der Regel gibt es im Traum kein Gestern, sondern eine Lücke. Also, hast du Erinnerungslücken oder bemerkst du etwas Ungewöhnliches? (Realitätscheck)
  4. Stelle dir die kritische Frage immer in Situationen, die für Träume charakteristisch sein könnten, z. B. wenn etwas Ungewöhnliches geschieht.
  5. Hast du wiederkehrende Inhalte in deinen Träumen, tauchen z. B. häufig Hunde oder Katzen auf? Stelle dir in dem Fall immer dann die kritische Frage, wenn du einen Hund bzw. eine Katze siehst.
  6. Stelle dir im Wachzustand bestimmte Trauminhalte vor, wie z. B. durch die Luft zu fliegen, und versuche dich intensiv in das Erlebnis hineinzuversetzen (Visualisierung). Diese Vorstellung wird mit dem Gedanken verbunden, dass man sich im Traum befindet.
  7. Schlafe mit dem Gedanken ein, dass du einen Klartraum haben wirst (Autosuggestion).
  8. Ist deine Traumerinnerung eher schwach, so führe ein Traumtagebuch, um sie zu verbessern.
  9. Nimm dir vor, im Traum eine ganz bestimmte Handlung auszuführen (Intention).
  10. Übe regelmäßig, aber nicht verbissen, und bewahre Geduld!

Siehe auch[Bearbeiten]

DILD

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Paul Tholey, Schöpferisch Träumen, S.42